Bienen am Flugloch

Bienen am Flugloch

Die westliche Honigbiene (Apis mellifera) ist nicht nur ein faszinierendes Geschöpf, sondern durch ihre Bestäubungsleistung, auch von großer Bedeutung für die Natur. Die Biene lässt sich nicht wie andere Haustiere erziehen, sondern der Mensch muss sich ihr anpassen um sie zur Gewinnung von Honig, Propolis, Pollen, Gelée Royale und einiges mehr nutzen zu können. Die einzelne Honigbiene ist nicht überlebensfähig, aber als Staaten bildendes Insekt eine der erstaunlichsten Lebensformen, die wir kennen.
Ein Bienenvolk überwintert mit 6.000 bis 10.000 Bienen. Diese Winterbienen werden etwa 6 Monate alt und haben sich einen “Winterspeck” angefressen. Dieser dient nicht als Wintervorrat, sondern der Ernährung der Bienenbrut im zeitigen Frühjahr. In der brutlosen Winterzeit wird die Temperatur von 35°C auf 18°C abgesenkt um so Heizmaterial, sprich Honig zu sparen. Ab März vergrößert sich die Zahl der Bienen und erreicht etwa zur Sommersonnenwende Ende Juni ihr Maximum von ca. 40.000 Bienen von denen jede einzelne ihre Aufgabe hat.

Allen voran die Königin. Ihre Aufgabe ist es Eier zu legen und zwar bis zu 2000 Stück täglich. Das ist mehr als ihr eigenes Körpergewicht. Ob eine Arbeiterin, ein Drohn oder gar eine Nachwuchskönigin entsteht, bestimmt die Zellengröße der Wabe. Für Drohnen legt die Königin unbefruchtete Eier, für Arbeiterinnen oder gar eine Nachwuchskönigin befruchtete Eier. Die Entscheidung, welche Biene sich entwickeln soll, wird ausschließlich über das Futter getroffen. Während Arbeiterinnen überwiegend Honig und Pollen fressen, erhalten Königinnen ihr ganzes Leben Gelée Royale, einen hoch konzentrierten Futtersaft, den die Arbeiterinnen in ihren Kopfdrüsen produzieren.

Die Aufgaben der Arbeiterinnen sind vielfältig. Einige müssen die Brut pflegen, andere den Stock sauber halten. Es gibt Sammelbienen für Nektar, Pollen oder Propolis, Wasserträgerinnen, Pfadfinderinnen und Wächterinnen die dafür sorgen, dass kein Eindringling in den Stock gelangt. Die Sommerbienen werden übrigens nur etwa 4 Wochen alt.

Die Drohnen haben nur eine Aufgabe: die Begattung junger Königinnen. Dafür werden sie von den Arbeiterinnen großgezogen und laufend umsorgt. Täglich gehen sie auf Erkundungsflüge in einem Radius von etwa 8 km, um junge Königinnen zu begatten. Königinnen paaren sich nur ein einziges Mal in ihrem Leben, dafür mit bis zu 20 Drohnen, die nach Erledigung ihrer biologischen Aufgabe sterben.

Wussten Sie, dass die Honigbiene den 3. Platz in der Reihe der Nutztiere einnimmt. Rund 85% der landwirtschaftlichen Erträge sind von ihrer Bestäubung abhängig. Die Biene fliegt für ein Kilo Honig etwa 40.000 Mal aus und besucht dabei mehr als 2 Millionen Blüten.