Gelée Royale, der Futtersaft der Bienenköniginnen!

Gelée Royale auch Königinnenfuttersaft oder Weiselfuttersaft genannt entsteht in den Hypopharynxdrüsen und Mandibeldrüsen von sechs bis zwölf Tage alten Arbeiterinnen. Dieser Futtersaft dient dem Füttern der Bienenbrut, in der Regel bis zum dritten Tag nach dem Schlüpfen. Danach werden zukünftige Arbeiterinnen mit Honig und Pollen weiter gefüttert. Anders sieht das bei Maden aus, aus denen eine Königin entstehen soll. Diese werden bis zum Verpuppen, bzw. bis zum Lebensende der Königin ausschließlich mit Königinnenfuttersaft weiter gefüttert. Eine Königin entsteht also nur durch die Gabe dieser geleeartigen, weißlich bis gelben Substanz. Sie kann bis zu 4 Jahre alt werden, im Gegensatz zur Arbeiterin, die max. 6 Monate alt wird. Außerdem entwickeln sich durch die Gabe des Futtersaftes ihre Geschlechtsorgane, sie legt nach der Befruchtung bis zu 2000 Eier täglich.

Wertvolle Inhaltsstoffe machen den Futtersaft so bedeutungsvoll. Neben 70% Wasser erhält Gelée Royale Proteine, Zucker, Fette und weitere Substanzen.

Hier eine Übersicht (Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Fachzentrum Bienen)

Proteine: Alle Aminosäuren im freien und kombinierten Zustand, darunter auch die acht für Biene und Mensch unentbehrlichen (essentiellen) Aminosäuren.

Kohlenhydrate: Reichlich Traubenzucker und Fruchtzucker im gleichen Verhältnis, Rohrzucker geringer Anteil, der Zuckeranteil im Gelée Royale ist wesentlich höher als im Futtersaft für Arbeiterinnen.

Fettsäuren: Große Mengen an 10-Hydroxy-2-transdecensäure, sie besitzt Abwehrfunktion gegenüber Bakterien, Keimen und Pilzen (wichtig zur Keimfreihaltung der Substanz im Bienenvolk). Kleinere Mengen an 9-Hydroxy-2-transdecensäure, diese Säure ist der biologische Vorläufer des Königinnenpheromons.

Vitamine: Große Mengen der B-Vitamine wie Thiamin, Riboflavin, Nicotinsäure und Panthothensäure.

Weiterhin vorhanden: Pyridoxin, Mesoinositol, Biotin, Folsäure, Kobalamin, größere Mengen an Acetylcholin.

Gewinnung:
Der Imker gewinnt Gelée Royale in sogenannten Weiselnäpfchen. Das sind Zellen die von den Arbeiterinnen speziell für die Aufzucht von Königinnen gebauten werden. Daraus kann der Imker mit Sicherheit diesen Futtersaft ernten, wenn auch nur in kleinen Mengen. Wie bei der regulären Königinnenzucht werden in einem speziellen Rahmen mehrere künstliche Näpfchen mit jüngsten Maden bestückt und in ein Pflegevolk gehängt. Ab etwa dem 3. Pflegetag enthält jedes Weiselnäpfchen die größte Menge (etwa 0,3g) an Futtersaft. Zur Ernte wird die Larve herausgenommen und der Saft mit Hilfe einer Spritze oder Pumpe entnommen. Da Gelée Royale negativ auf Wärme, Licht und Feuchtigkeit reagiert muss schnell und sauber gearbeitet werden. Der Futtersaft wird sofort abgefüllt und kühl und dunkel gelagert. Pro Jahr beträgt die Ernte pro Stock maximal 500g.

Haltbarkeit:
In der Regel wird Gelée Royale bei -18° C tiefgefroren und hält sich so über ein Jahr.
Seltener wird es auch gefriergetrocknet, wobei bei sehr niedrigen Temperaturen das Wasser entzogen wird. Das so konservierte Gelée Royale hält sich sehr lange, muss aber vor dem Verzehr in Wasser aufgelöst oder lange im Mund zergehen lassen werden.

Anwendungsbereich:
Empfohlen bei Abspannung, Erschöpfungszustände, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Depressionen, Stress, Rekonvaleszenz, Konzentrationsschwäche, Leistungssport und Wechseljahrbeschwerden. Außerdem soll Gelée Royale den Blutdruck und den Blutzuckerspiegel sowie den Zellstoffwechsel und die Sauerstoff Aufnahme positiv beeinflussen. Es kann die Widerstandkraft steigen und helfen körperliche und geistige Belastung besser zu ertragen. Gelée Royale wird auch in Kosmetik z.B. Anti-Falten Creme angeboten. Dem Futtersaft wird eine verjüngende Wirkung nachgesagt, soll aber auch bei Hautproblemen helfen.

Anwendungsform:
Aufgetaut hält Gelée Royale bis zu vier Wochen im Kühlschrank. Je nach Anwendungsbereich wird 2x täglich 1 g pur oder in Honig verrührt eingenommen. Dabei am besten langsam auf der Zunge zergehen lassen um zu vermeiden, dass die Verdauungssäfte die wertvollen Inhaltsstoffe zersetzen. Gelée Royale hat einen unangenehmen, sauer, brennenden Geschmack.
Gelée Royale sollte vier- bis sechsmal im Jahr als 30 Tage-Kur angewendet werden.
Gelée Royale ist ein Naturprodukt und wird in der Regel ohne Zusätze angeboten. Es ist frei von Nebenwirkungen kann aber trotzdem Allergien auslösen und sollte anfänglich sorgfältig angewendet werden.